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Die neue EU-Verpackungsverordnung – welche Auswirkungen hat die PPWR auf den Onlinehandel?

In den vergangenen Jahren wurde die ursprüngliche Verpackungsverordnung mehrfach angepasst und schließlich 2019 durch das Verpackungsgesetz (VerpackG) abgelöst.

Auf europäischer Ebene wurden währenddessen zunehmend gemeinsame Vorgaben erarbeitet – mit dem Ziel, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und Ressourcen zu schonen. Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) steht nun der nächste große Meilenstein an: Sie soll die rechtlichen Anforderungen in allen Mitgliedstaaten vereinheitlichen und den Wandel hin zu weniger, wiederverwendbaren und besser recycelbaren Verpackungen beschleunigen. Somit wird die PPWR das deutsche Verpackungsgesetz (VerpackG) ersetzen.

Ab dem 12. August 2026 wird diese Verordnung verbindlich. Für viele Händler ist das bereits heute ein Grund zur Sorge: Was als richtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit präsentiert wird, bedeutet in der Praxis vor allem eines – zusätzliche Regeln, mehr Bürokratie und neue Unsicherheiten.

Eine Checkliste für zur Vorbereitung auf die PPWR

Die PPWR ist ein komplexes Regelwerk, dessen Anforderungen nicht kurzfristig umzusetzen sind. Um den Überblick zu behalten und rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen, haben wir eine praxisorientierte Checkliste zusammengestellt. Sie zeigt Schritt für Schritt, worauf Onlinehändler achten sollten, um compliance-sicher und nachhaltig zu handeln:

1. Verpackungen prüfen

  • Versandkartons und Produktverpackungen auf Größe, Material und Füllstoffe analysieren
  • Überdimensionierte Kartons vermeiden
  • Plastikverpackungen reduzieren oder durch nachhaltigere Alternativen ersetzen


2. Recyclingfähigkeit sicherstellen

  • Nur Materialien verwenden, die den Recyclingstandards der EU entsprechen
  • Auf Verbundmaterialien (schwer trennbare Mischstoffe) möglichst verzichten
  • Lieferanten nach Nachweisen zur Recyclingfähigkeit fragen


3. Wiederverwendbare Lösungen prüfen

  • Möglichkeiten für Mehrwegverpackungen im Versand bewerten
  • Teilnahme an Rücknahme- oder Mehrwegsystemen in Betracht ziehen


4. Kennzeichnungspflichten umsetzen

  • Verpackungen mit den neuen EU-weiten Symbolen für Entsorgung/Recycling kennzeichnen
  • Kunden transparent über die richtige Entsorgung informieren


5. Registrierung & Lizenzierung

  • Prüfen, ob die bisherige LUCID-Registrierung ausreicht oder Anpassungen notwendig werden
  • Lizenzmengen (nach Material & Gewicht) korrekt erfassen und melden
  • Sich auf harmonisierte EU-Meldepflichten vorbereiten


6. Cross-Border-Verkauf anpassen

  • Bestehende Registrierungen im EU-Ausland überprüfen
  • Künftig die vereinheitlichten Vorgaben nutzen, um Bürokratie zu reduzieren

 
Fazit

Die EU-Verpackungsverordnung führt zu einheitlichen Regeln für Verpackungen und verlangt von Onlinehändlern, ihre Verpackungen auf Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit anzupassen. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Compliance bei Registrierung, Meldungen und Kennzeichnung.

Wer die Vorgaben nicht einhält, riskiert Abmahnungen, Bußgelder oder Verkaufsverbote. Auch Plattformen wie Amazon und eBay verlangen künftig gesetzeskonforme Verpackungen, andernfalls droht im schlimmsten Fall der Ausschluss vom Handel.