Versand in alle EU-Staaten bald Pflicht?

Bisher konnte sich jeder Versandhändler selbst aussuchen in welche EU-Staaten er gerne liefern möchte. Das eine Lieferung in manche Länder nicht gewüscht oder machbar ist hat oft verschiedene Gründe. Der Aufwand für den Versand in einzelne EU-Staaten ist, auch durch zu geringe Stückzahlen, teilweise deutlich größer. Hinzu kommen höhere Transportkosten die den Gewinn schmälern oder dem Endkunden aufgebrummt werden müssen. Zu guter letzt ist das rechtliche Risiko für den Versand in manche EU-Staaten deutlich höher, als z.B. nach Österreich.

EU-weiter Versand Gefahr für kleine Unternehmen?

Doch nun hat das Europäische Parlament eine Richtlinie vorgelegt die Versandhändler dazu zwingt Ihre Waren in allen 27 EU-Staaten anzubieten, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Demnach müssten Versandhändler Ihre Geschäftsbedingungen und Widerrufsbelehrungen für jedes der 27 Mitgliedsländer anpassen, da es die EU erst kürzlich wieder verpasst hat die Verbraucherrechte in allen EU-Staaten anzugleichen.



„Dann müssten sie die Verbraucherrechte in 27 Ländern beherrschen und sich der Gefahr aussetzen, zum Beispiel in Polen oder Malta verklagt zu werden“Rechtsexperte Christian Groß (DIHK)

„Würde er umgesetzt, müsste ein deutscher Händler, der zum Beispiel ein Ersatzteil nach Rumänien verkauft, auch einen Kundendienst in dem Land anbieten.“



Bei großen Unternehmen wie Amazon spielt dieses Gesetzt keine Rolle, die Risiken können einkalkuliert werden. Kleinen Versandhändlern könnte dies jedoch das Genick brechen. Erhöhter Aufwand beim Versand und rechtliche Risiken können schnell zu großen Problemen für kleine Unternehmen werden. Auch aus diesem Grund teilt das Bundeswirtschaftsministerium die Bedenken und wirbt mit der Änderung der Richtlinien. Die endgültige Abstimmung soll am 8. und 9. März im Europäischen Parlament erfolgen.

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